Verantwortung und Geschichte

Erich Raeder – Erinnerung und Verantwortung

Erich Raeder (1876–1960) war ein bedeutender deutscher Marineoffizier, der von 1928 bis 1943 als Oberbefehlshaber der deutschen Seestreitkräfte wirkte. Unter seiner Führung wurde die Marine in der Zwischenkriegszeit modernisiert und strategisch ausgebaut. Raeder prägte die deutsche Marinegeschichte durch seine langjährige Dienstzeit und seine fachliche Kompetenz, die ihm hohe Anerkennung in militärischen Kreisen einbrachte. 

Gleichzeitig ist es unabdingbar, die dunkle Seite seiner Biografie klar zu benennen: Raeder unterstützte die Aufrüstungspolitik des NS-Regimes und war Teil des militärischen Führungskreises, der Hitlers Angriffskriege ermöglichte. Im Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess wurde er 1946 wegen Planung und Führung eines Angriffskrieges sowie weiterer Verbrechen zu lebenslanger Haft verurteilt. 

Der Marineverein Lippstadt e. V. 1914 würdigt die historische Rolle Raeders in der Marinegeschichte, distanziert sich jedoch ausdrücklich und unmissverständlich von seinen Handlungen und seiner Verantwortung im nationalsozialistischen Regime. Wir verurteilen jede Form von Kriegsverbrechen und Ideologie des Nationalsozialismus und bekennen uns zu den Werten von Frieden, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit.

Otto Steinbrinck – Zwischen Ruhm und Verantwortung

Otto Steinbrinck (1888–1949), geboren in Lippstadt, war einer der erfolgreichsten deutschen U-Boot-Kommandanten im Ersten Weltkrieg. Mit 216 versenkten Schiffen und der Auszeichnung mit dem Orden Pour le Mérite erlangte er hohes Ansehen in der Marinegeschichte. Für seine militärischen Leistungen wurde ihm 1917 das Ehrenbürgerrecht der Stadt Lippstadt verliehen. 

Nach dem Krieg schied Steinbrinck aus dem aktiven Dienst aus und machte Karriere in der Industrie. In der Zeit des Nationalsozialismus trat er der NSDAP und der SS bei und war als Generalbevollmächtigter des Flick-Konzerns in wirtschaftliche Verflechtungen des Regimes eingebunden. Im Nürnberger Flick-Prozess wurde er 1947 wegen seiner SS-Mitgliedschaft und finanzieller Unterstützung der SS zu fünf Jahren Haft verurteilt. 

Der Marineverein Lippstadt e. V. 1914 erkennt die historische Bedeutung Steinbrincks als Marineoffizier an, distanziert sich jedoch ausdrücklich von seinen Handlungen und seiner Verantwortung im NS-Regime. Wir verurteilen jede Form von nationalsozialistischer Ideologie und Kriegsverbrechen und bekennen uns zu den Werten von Frieden, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit.